Anwendungsbereiche

Die Ringelblume wird im deutschsprachigen Raum bereits seit dem Mittelalter als Heilpflanze verwendet. Hildegard von Bingen bezeichnete sie als Ringella. Diesen Namen bezog die Ringelblume sehr wahrscheinlich von ihren geringelten Samen, die im Spätherbst ausreifen.

In dieser frühen Zeit war die sogenannte Ringelblumenbutter überaus beliebt. Sie setzte sich aus gleichen Teilen Ziegenbutter und zerstoßenen Blüten zusammen. Das Gemisch fand Verwendung bei offenen Beinen, diversen Wundheilungsstörungen und auch bei Gelenkschmerzen oder Blutergüssen. Seit jeher geht der Ringelblume ein gesundheitsfördernder Ruf voraus.

Es verwundert daher nicht, dass die Anwendungsgebiete ebenso wie die Zubereitungen für Ringelblumensalbe und –tinkturen sehr vielfältig sind. Während sich die Ringelblumensalbe Anwendungsbereiche auf die äußere Haut und auf oberflächennahe Schleimhäute beschränken, besteht mit der Ringelblumentinktur die Möglichkeit, auch von innen zu heilen, z. B. bei Magen-Darm-Störungen.

Die Ringelblumensalbe wirkt unter anderem schwellungslindernd, kreislaufanregend, antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend und stoffwechselanregend. Außerdem fördert die Ringelblume die Blutgerinnung und die Hautdurchblutung. Blutfettwerte werden gesenkt und die Hautregeneration wird gesteigert.

Ganz allgemein betrachtet umfassen die Ringelblumensalbe Anwendungsgebiete also innere Zustände wie Blutergüsse und Arteriosklerose ebenso wie äußere Wunden und Hautleiden.

Die Verwendung der Ringelblumensalbe

Sonnenbrand

Ringelblumensalbe bei Sonnenbrand © Suzanne Tucker / Bigstock.com

Verwendung findet die Salbe oder die Ringelblumentinktur beispielsweise zur Behandlung von Akne, Blutergüssen, Brandwunden, Ekzemen, Furunkeln, Geschwüren, Hämorrhoiden, Hautleiden, Insektenstichen, Krampfadern, Magen- und Darmstörungen, Menstruationsbeschwerden, Mundschleimhautentzündungen, Narbenwucherungen, offenen Beinen, Pickeln, Pilzerkrankungen, Quetschungen, schlecht heilenden Wunden, Schnittwunden, Sonnenbrand, Hautverbrennungen, Warzen sowie Windeldermatitis und Zerrungen.

Beispiele für Ringelblumensalbe-Anwendungsgebiete

Besonders beliebt ist die Ringelblumensalbe zur Verwendung bei offenen und schlecht heilenden Wunden. Aufgrund ihrer antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung reinigt sie die Wunde effektiv. Zusätzlich fördern die Inhaltsstoffe der Ringelblumensalbe die Durchblutung im betroffenen Hautbereich, wodurch Heilungsprozesse verbessert werden.

Vorsicht ist jedoch bei der Anwendung an offenen Wunden geboten.
Durch den Kontakt mit dem Blut können die Bestandteile der Ringelblumensalbe sehr leicht in die Blutbahn gelangen. Ein Brennen oder leichte Hautrötungen wurden in diesem Zusammenhang als Nebenwirkungen beschrieben. Besonders gefährlich kann dies für Allergiker werden. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler sollte auf die Verwendung der Ringelblumensalbe an offenen Wunden besser verzichtet werden.

Gegen Haut- und Nagelpilze wirkt die Ringelblumensalbe aufgrund ihrer fungiziden Eigenschaften ebenfalls sehr gut. Die hautregenerierenden Eigenschaften sorgen darüber hinaus für ein gesundes und gleichmäßiges Hautbild. Auch bei der Regeneration der Haut nach einem Sonnenbrand ist die Ringelblume daher sehr hilfreich.

Ringelblumen Anwendungsgebiete rund um entzündliche Hauterkrankungen sind ebenso stark nachgefragt. Hier sind vor allem Ekzeme oder die Windeldermatitis zu nennen. In beiden Fällen wirkt die Ringelblumensalbe beruhigend und entzündungshemmend. Gleichzeitig wird damit verhindert, dass sich z. B. Bereiche mit Windeldermatitis zusätzlich mit Hautpilzen oder Bakterien infizieren, was den Juckreiz verstärken und die Heilung verlangsamen würde. In jedem Fall sollte zusätzlich zur Behandlung mit Ringelblumensalbe immer auch die eigentliche Ursache für die Windeldermatitis aufgedeckt werden. Hautreaktionen können einerseits von Staunässe her rühren oder aber die Folge einer allergischen Hautreaktion auf Bestandteile der Windel oder Nahrung sein.

Grundsätzlich gilt, dass beim Auftragen der Ringelblumensalbe saubere Hände verpflichtend sind. Zum einen reduziert sich dadurch die Gefahr der Wundinfektion, zum anderen wird auch die Salbe, sofern selbst hergestellt, länger haltbar bleiben. Jede Verunreinigung indes fördert das Ranzigwerden der Auszugsfette und damit den Verderb der Ringelblumensalbe.



Ringelblumensalbe
Ringelblumensalbe ist seit Jahrhunderten das Erfolgsrezept bei Wunden und trockener Haut sowie bei der Pflege von Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Akne. Mit wenigen Handgriffen kann jeder selbst seine eigene Ringelblumensalbe herstellen. Doch egal welche Rezeptur, eines bleibt immer gleich: Die Kraft der Ringelblume bringt Gesundheit aus der Natur.